Leben im Wendland

Gemeinschaften

Das Wendland ist das Pflaster, auf dem – inspiriert von der Kommune 1 in Berlin – mit die ersten Kommuneerfahrungen in der Republik gesammelt wurden. Heute, in Zeiten neuerlichen Wandels und der Frage, wie wir auf die ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit antworten wollen, ist das Kommune-Modell wieder sehr aktuell. Und tatsächlich gibt es mehrere gut funktionierende Kommunen im Landkreis, manche seit vielen Jahren gut etabliert und eine feste Größe im sozialen und wirtschaftlichen Leben, aber auch junge Gemeinschaften, die den Schritt zum verbindlichen Miteinander auf ihre Weise wagen. In der individuellen Ausgestaltung des miteinander Lebens und Wirtschaftens gibt es viele Varianten. Für kleinere Gruppen hat sich als Organisationsform der Verein bewährt, der für verschiedenste Umstände einen guten Rahmen bildet.

Die großen Höfe im Wendland sind geradezu prädestiniert dafür, mehrere Menschen, gewissermaßen eine Wahlfamilie zu beherbergen. Manchmal kann man auch einen "Hof mit Oma" kaufen. In einem Teil des Gebäudes hat die vormalige Besitzerin oder der Besitzer dann lebenslanges Wohnrecht und kann einem noch so manches über das Haus und seine Geschichte erzählen.

Allein, als Paar oder auch als Kleinfamilie findet man auch durch Fluktuationen in der Belegschaft Platz zur Miete in einer bestehenden Gemeinschaft. Entweder als niedrigschwelliger Schritt zum Ankommen – oder es passt so gut, dass es eine Perspektive auf Dauer wird. Angebote und Gesuche werden im Szeneblatt des Wendlands, der "zero" geschaltet, die kostenlos in vielen Läden und Kulturstätten ausliegt. Aushänge kann man im Kulturzentrum Platenlaase/Café Grenzbereiche und im Gasthof Meuchefitz anbringen.

Bei Gartow ensteht gerade ein Wohnprojekt mit Einzel- und Doppelhäusern, gebaut nach ökologischen Standards mitten in der Natur, mit Werkstätten und Gartenanlage und einigen Gemeinschaftseinrichtungen. Interessenten können für 1-2 Wochen in einem der bestehenden Häuser probewohnen.

Das neueste ambitionierte Wohnprojekt ist das interkulturelle Generationendorf bei Hitzacker. In flexibler Modulbauweise sollen hier auf 5,5 ha Wohnungen für bis zu 300 Menschen entstehen. Marktplatz, Geschäfte, Spielplätze und Gewerbeflächen sollen Raum für ein lebendiges Miteinander von Jung und Alt bieten. Geflüchtete könnten sich hier Hand in Hand mit Einheimischen eine neue Zukunft aufbauen.

In dem breiten Spektrum an gemeinschaftlichen Wohn- und Lebensformen findet jeder seinen Platz – oder er schafft sich seine individuelle Nische und bereichert das Wendland um einen neuen Baustein in der DNA dieses quirligen sozialen Organismus.

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