Wendlands Schätze

Natur und Landschaft

Das Wendland war lange Zeit ziemlich ab vom Schuss. Wirtschaftlich abgehängt in der Industrialisierung, nach dem zweiten Weltkrieg Zonenrandlage mit Grenze zur DDR an drei Seiten, zur BRD durch den Höhenzug Drawehn mit einem großen Waldgebiet abgeschirmt. "Hinterwalden" wurde der entlegene Landstrich treffend bezeichnet vom in den 50er Jahren aus Süddeutschland zugewanderten August Quis, der die Schätze des Wendlands erkannte und als langjähriger Oberbaurat klug zu bewahren und weiterzuentwickeln wusste.

Heute genießen wir, was die historischen Umstände und die weitsichtige, wertschätzende Tatkraft vieler Einzelner hier erhalten und durch Schutzzonen geschaffen haben. Eine reichhaltige Flora und Fauna in unterschiedlichsten Naturräumen, von den Feuchtniederungen der Dumme, Bachlauf an der früheren Grenze, bis zur weitgehend naturbelassenen Flusslandschaft des mächtigen Elbstroms; von dem alten und urwüchsigen Waldgebiet der Göhrde bis zur violetten Pracht der Nemitzer Heidelandschaft. Viele Tierarten, die woanders längst verschwunden sind, gehören hier zum Alltag. Zahlreiche Störche sieht man sommers über die Felder und Wiesen staksen, in etlichen Dörfern thronen die Nester auf alten Eichen, eigens installierten Pfählen mit Wagenrad oder auf Kirchenmauern. In der Dämmerung gellt das Trompeten vorbeiziehender Kraniche durch die Luft und der Waldkauz ruft sein Huhuuu durch die Nacht. Hier und da kann man auch das Konzert einer Nachtigall genießen. An der Elbe und ihren Zuflüssen baggern Biber und Nutria um die Wette und seit einigen Jahren durchstreifen auch wieder Wölfe die großen Waldgebiete der Göhrde und des Gartower Forstes.

64% des Kreisgebietes stehen unter Schutz. In der kleinräumigen Kulturlandschaft von Weiden und Äckern, durchzogen von zahlreichen Knicks, Alleen und Streuobstbeständen beackern die verbliebenen Landwirte ihre Felder und laufen die Rinderherden auf Löwenzahnwiesen neben Windrädern. Zwanzig Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden ökologisch bewirtschaftet. Einige Archehöfe züchten vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen, dazu kommen zahlreiche private Halter verschiedenster Rassen an Schafen, Rindern, Ziegen, Eseln, Pferden und Geflügel. Alles, was es auf dem Land geben kann – nur hier noch viel bunter als anderswo.

Fischerkahn an der Elbe

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue:
http://www.elbtalaue.niedersachsen.de

Naturpark Elbhöhen-Wendland:
http://www.naturpark-elbhoehen-wendland.de

Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Hitzacker:
http://www.erlebnis-elbe.de

Reiseziele und Veranstaltungen in der
http://elbtalaue-wendland.de

Nemitzer Heide:
http://www.nemitzer-heide-touristik.de

Wolfswanderungen mit Wolfsberater Kenny Kenner

Naturführungen mit Sabine Kulau
http://www.elbelandschaften.de

Buch "Hinterwalden" von August und Jobst Quis – ein lebendiger Bericht über die Entwicklungen im Wendland zwischen 1959 und 1982

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